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31 Tage-31 Bücher: Tag 22

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Mit welchem Buch hast du dich am meisten gegruselt?

Wie definiert sich „Grusel“? Dass man etwas eklig findet oder dass man nicht weiterlesen möchte, weil man sich vor dem fürchtet, was da lauert? In dem Sinne grusele ich mich nie so richtig. Wirkliche Horror-Literatur lese ich ja auch gar nicht. Allerdings liebe ich Schauerromane, die den Leser in eine düstere Welt entführen. Aber die Faszination, die sich dabei einstellt, als „Grusel“ zu beschreiben, wäre unzutreffend.

Ich habe mal ein Buch mit Alltagsfotografien aus der Zeit des Nationalsozialismus studiert. Die Bilder zeigten zum Beispiel Karnevalswagen mit verhöhnenden Transparenten und Leuten, die Juden darstellen sollten. Oder öffentliche Versteigerungen des Hab und Guts von Menschen, die deportiert worden waren. Da habe ich mich gegruselt, weil es den ganzen Zynismus dieser verachtenden Ideologie zu versinnbildlichen schien. Und diese zynische Weltsicht lässt sich auch heute in vielen Dingen, die Pegida und Konsorten loslassen, wiedererkennen.

Abgesehen davon gruseln mit Bücher über den Nationalsozialismus immer wieder, weil das Thema so viele Montrösitäten beeinhaltet. Und es ist keine Fiktion, sondern tatsächlich geschehen. Und wenn man daraus nicht lernt, können sie immer wieder geschehen. Das gruselt mich wirklich.

Tag 22 – Welcher Film enthält deine Lieblingsszene?

Es gibt unendlich viele Szenen, die es verdienen würden als Lieblingsszene genannt zu werden. Aus ganz verschiedenen Gründen. Wie kann man sich auf nur eine Szene festlegen? Unmöglich.

Nichtsdestotrotz soll keine Antwort schuldig bleiben. Und so ernenne ich die Tanzszene von Hugh Grant in „Tatsächlich Liebe“ zu meiner Lieblingsszene. (Es gab ein Duell zwischen dieser Szene und der aus „Bridget Jones‘ Diary“, in der Mark und Daniel sich nicht sehr gekonnt verkloppen).

Doch zurück zu „Tatsächlich Liebe“. Es macht einfach immer Spaß, Hugh dabei zu zu sehen wie er sich selbst nicht ernst nimmt. Das ist ohnehin eine seiner Stärken und diese Fähigkeit finde ich wirklich sehr anziehend. Die Szene ist nicht nur ein Paradebeispiel in dieser Hinsicht, sondern auch ein absoluter Garant für gute Laune beim Zuschauer. Schon allein, wenn die Szene beginnt, muss ich grinsen. Und wenn die ersten Töne von „Jump“ erklingen und er anfängt zu wippen – göttlich. Man möchte sofort mit ihm durch die Räume der Downing Street 10 tanzen. Die Wirkung hat allein schon das Video, oder?