Schlagwort-Archive: Widerstand

[Hörbuch-Rezension] Harry Mulisch: Das Attentat

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Im Januar 1945 sind die Niederlande von den Deutschen besetzt und der zwölfjährige Anton Steenwijk lebt mit seinen Eltern und Bruder Peter in einem Reihenhaus in Haarlem. Eines Januarabends ertönen in der Straße Schüsse. Durch ein Fenster beobachtet die Familie, wie Nachbar Korteweg und seine Tochter den toten Kollaborateur Fake Ploeg vor ihr Haus bringen. Peter rennt hinaus, um Ploeg zurück vor das Haus der Nachbarn Kortewegs zu bringen. Sie alle ahnen, dass die deutsche Vergeltung brutal ausfallen wird und sich vor allem gegen die richtet, vor deren Tür der Tote gefunden wird. Schon sind die Deutschen da. Peter verschwindet, Anton wird von seinen Eltern getrennt, ihr Haus niedergebrannt. Außer dem Jungen überlebt niemand aus der Familie die Vorgänge. Erst viel später erfährt er, was in jener Nacht genau passiert ist. Weiterlesen?

[Rezension] Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein

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1940 fällt der Sohn von Otto und Anna Quangel im Krieg. Bisher hat das Ehepaar sich unauffällig in der braunen Masse bewegt. Sie haben nichts hinterfragt und ein abgeschiedenes Leben geführt. Otto hat schon immer viel Wert auf seine Ruhe gelegt und Anna hat sich ihm angepasst. Doch nun ist alles anders. Otto spürt, dass er so nicht weitermachen kann. Er muss etwas tun. Er muss anständig sein, andere zum Nachdenken bringen, etwas ändern. Anna fühlt nicht nur Trauer über den Verlust ihres einzigen Sohns, sondern ebenso Wut auf den Führer und den Krieg, die ihr den geliebten Sohn geraubt haben. Sie zögert keinen Moment, als ihr Mann vorschlägt, Postkarten mit gefährlichen, ja lebensbedrohlichen, Botschaften zu verfassen und sie in Geschäftshäusern abzulegen. Es bleibt nicht bei Plänen, tatsächlich machen sie sich an die Ausführung. Doch schnell setzt sich die Gestapo auf ihre Spur. Weiterlesen?

[Rezension] Zerbrochener Mond

ZerbrochenerMond

Standish Treadwell ist nicht wie die anderen Jungs. Seine Augen haben unterschiedliche Farben. Außerdem kann er nicht lesen und schreiben, obwohl er schon fünfzehn ist. Die anderen halten ihn für dumm. Aber dumm ist er nicht. Er kann die Wörter nicht entziffern, aber verstehen umso besser. Und im Gegensatz zu den anderen weiß er, was richtig und falsch ist. Es kann nicht richtig sein, dass die Bevölkerung hungert und sich gegenseitig misstraut. Es kann nicht richtig sein, dass sie in rein und unrein eingeteilt wird. Und es ist mit Sicherheit falsch, das viele nur weil sie angeblich anders sind, geschlagen werden oder plötzlich weg sind, womit eigentlich töten gemeint ist.

Standish lebt in einer Diktatur. Willkür und Gnadenlosigkeit herrschen unerbittlich. Konformität und totale Unterwerfung sind das höchste Ziel. Verweigerer werden bekämpft. Die Eltern des Jungen sind fort und nun schlagen sich Großvater und Enkel mehr schlecht als recht allein in Zone 7 durch. Lebensmittel sind knapp, alltägliche Dinge werden so oft verwendet wie möglich. Sie versuchen, nicht aufzufallen, den Zorn des Regimes nicht auf sich zu ziehen. Eines Tages zieht eine Familie in die Nachbarwohnung. Obwohl Standishs Großvater sie für Spione hält, begrüßen sie die Fremden. Die Lushs und ihr Sohn Hector werden zu besten Freunden. Bis auch sie spurlos verschwinden. Und Standish einfach nicht mehr bereit ist, alles hinzunehmen. Weiterlesen?

Das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt, Rosenthaler Straße 39

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt

Rosenthaler Straße 39

10178 Berlin

täglich geöffnet 10 – 20 Uhr

Es ist ein kalter Tag Anfang Februar. Auf der Rosenthaler-Straße folgen Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger geschäftig ihren Wegen. Diese Ecke ist auch bei Touristen beliebt, da die Hackeschen Höfe in jedem Reiseführer ihren festen Platz haben. Ein Durchgang führt in den Hinterhof der Nummer 39. Wenig später erklimme ich die Treppe zur ehemaligen Blindenwerkstatt, in deren Räumen heute eine Ausstellung etabliert ist. Sind es noch dieselben Stufen, die ihr Inhaber Otto Weidt und seine Angestellten viele Jahrzehnte zuvor benutzt haben?

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[Rezension] Leon Uris: Mila 18

UrisDie Geschichte

einer Stadt

von Menschen, gefangen zwischen Mauern

ihres Hungers, ihres Leidens und ihres Mutes

ihres Kampfes

einer Minderheit gegen einen übermächtigen, zutiefst bösartigen Gegner

Die Geschichte des Warschauer Ghettos

Es ist keine Geschichte.

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