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Media Monday #414: Von Pomp and Circumstances

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Eben noch im  Kino, jetzt schon auf der Showbü…Halt, das war ja was anderes. Eben noch im Kino, jetzt schon beim Media Monday. Der gilt aber faktisch erst ab Montag und wenn Ihr das hier lest, liegt mein Kinoerlebnis schon etwas länger zurück. Um welches bunte Abenteuer es sich dabei gehandelt hat, werdet Ihr im Laufe des neuen Lückentextes erfahren.

1. Momentan habe ich ja ein durchaus ausgeprägtes Faible für Weiterlesen?

Media Monday #409 mit Männerüberschuß

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Jetzt liegt der April leider schon wieder fast hinter uns und das finde ich dann doch ganz schön schade, weil es mein Lieblingsmonat ist. Dieses Jahr hat er mit viel Sonne und noch mehr Blüten auch wirklich alles gegeben. Allerdings habe ich bei all den Annehmlichkeiten doch ab und an gedacht, dass man später in den Geschichtsbüchern vielleicht schreiben wird, wie naiv die Menschen sich über das schöne Wetter gefreut haben, obwohl es die ersten Anzeichen des Zeitalters der Dürre gewesen sind. Doch richten wir unseren Blick lieber in die nahe Zukunft und zwar auf den neuen Media Monday .

1. Nachdem mit „Avengers: Endgame“ nun das vorläufige Finale des MCU veröffentlicht worden ist, wird es nun sicher einen Abwärtstrend in der Quantität und Qualität der Marvelfilme geben. Ich habe Endgame übrigens noch nicht im Kino gesehen, es aber natürlich fest vor.

2. Immer wenn der nächste große Hype die höchsten Wellen schlägt, lehne ich mich entspannt zurück und lenke mein Boot in ruhigere Gefilde. Sollte mich die Sache tatsächlich interessieren ist es nach dem Hype noch früh genug.

3. Ohne seine Rolle als Remington Steele wäre Pierce Brosnan vermutlich niemals zu James Bond geworden. By the way, wie cool wird denn bitte Rami Malek als nächster Bond-Bösewicht sein?! Hoffentlich zeigt er Daniel Craig endlich mal den Ausgang, damit Idris Elba die Nummer 007 übernehmen kann.

4. So manche/r KostümdesignerIn hätte es ja auch mal verdient, ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, schließlich sind sie maßgeblich daran beteiligt, uns die Illusion bestimmter Epochen, Milieus und Persönlichkeiten zu vermitteln. Doch wie so viele müssen sie sich damit zufrieden geben, vielleicht mal bei einer Preisverleihung wenigstens namentlich erwähnt zu werden oder auch nicht.

5. Nun, da die Osterferien auch schon wieder rum sind, habe ich weder von ihrer Existenz noch deren Ende etwas mitbekommen. Die Osterfeiertage waren da weitaus präsenter mit viel Sonne, Wärme, Essen und Erholung.

6. Immer wenn ich die Serie (also, d.h. richtig anschauen und nicht nur mal drüber zappen, oder?) GLOW sehe, muss ich ja daran denken wie begeistert ich in den Neunzigerjahren die WWF (und das hatte nichts mit Artenschutz zu tun 😉 ) verfolgt habe und sogar bei Veranstaltungen gewesen bin.

7. Zuletzt habe ich Der Bücherdrache beendet und das war ziemlich ernüchternd, weil Walter Moers schon lange auf der Suche nach seiner alten Form zu sein scheint. Ob er sein Mojo jemals wiederfinden wird?

 

[Rezension] Zamonischer Snack

Der Bücherdrache

Der große Dichter Hildegunst von Mythenmetz trifft auf Hildegunst Zwei, den Buchling, der Mythenmetz‘ Werke auswendig lernt. Der kleine Buchling möchte erfahren, wie man eine Geschichte schreibt. Also lässt sein Vorbild ihn von seinem größten Erlebnis erzählen. Und so lesen wir von Hildegunst Zweis gefährlichem Abenteuer, das den Buchling aus der Ledernen Grotte durch die Katakomben in den Ormsumpf und zum legendären Bücherdrachen führte und einen geheimen Freundschaftsbund schmiedete.

Seit vielen Jahren wartet die ebenso große wie treue Fangemeinde von Walter Moers auf die Fortsetzung seines vor Fantasie überbordenden Romans Die Stadt der Träumenden Bücher. In der Zwischenzeit hält er sie mit Das Labyrinth der Träumenden Bücher, Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr, Weihnachten auf der Lindwurmfeste und nun Der Bücherdrache bei Laune, was sie ihm danken, indem sie die Werke in den Stand von Bestsellern erheben. Und in gewissem Maße zu Recht, denn mit Zamonien hat Moers eine fantastische Welt erschaffen, der man immer wieder gerne einen Besuch abstattet. Sein Humor macht das Ganze zu einem kurzweiligen Lesevergnügen. Natürlich trifft das ebenso auf Der Bücherdrache zu. Doch wenn man die rosarote Brille und die Glückseligkeit, ein neues Werk von Moers lesen zu dürfen, ablegt, die lebendigen und fabelhaften Beschreibungen zur Seite schiebt, bleibt vom neuen Werk nicht vielmehr als eine dünne und vorhersehbare Kurzgeschichte. Und noch strenger besehen, besteht das Buch nur aus Gesprächen und einer Varianz von Schauplätzen, Spannung entsteht keine und das Erzähltempo ist mehr als gemächlich. Selbst die Zeichnungen wirken bekannt und sind nicht so ideenreich wie die früherer Zeiten. Ist es wirklich so oder ist der Reiz des Neuen einfach nur verflogen? Natürlich scheint immer wieder der typische feine Humor durch und die Geschichte ist gespickt mit literarischen Anspielungen, aber sie strotzt davon nicht Die Stadt der Träumenden Bücher. Der geringe Umfang kann nicht als Ausrede geltend gemacht werden, denn auch auf wenigen Seiten können fantasievolle Dinge Platz finden. Zwar scheint es, als solle Der Bücherdrache als Vorwort zu etwas Größerem dienen, aber es ist ungewiss, ob das wirklich so ist.

Selten fällt es so schwer, eine angemessene und ungetrübte Bewertung zu finden. Die grundsätzliche Begeisterung für Moers‘ Erfindungsreichtum und Humor, die er in früheren Werken so fulminant gezeigt hat, überträgt sich in gewissem Maß auf jedes seiner Werke. Man ist ihnen grundsätzlich wohlgesonnen. Andererseits werden sie an ihrem Vorgänger gemessen und fallen zusehends dagegen ab. Schon Weihnachten auf der Lindwurmfeste war ein zu dünnes und etwas zu ideenlos für einen Walter Moers. Leider setzt sich der Trend mit seinem neuen Buch fort. Nichtsdestotrotz ist es immer wieder interessant und entspannend Zamonien zu besuchen und man muss es einfach lieben. Schon allein aus alter Verbundenheit muss es einen Bewertungspunkt zusätzlich geben. Hoffentlich wird Moers‘ nächstes Werk wirklich wieder der große Wurf, auf den seine Fans schon so lange hoffen. Bis dahin bietet Der Bücherdrache eine wenig gehaltvolle, aber kurzweilige Zwischenmahlzeit.

Vielen Dank an den Penguin Verlag und das Bloggerportal, die ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

3/5 Schreibmaschinen

3Writer

Der Bücherdrache, Walter Moers, Penguin Verlag 2019.

[Rezension] Weihnachten mal völlig anders oder vielleicht auch nicht

Lindwurmfeste

In Zamonien existieren mindestens so viele rituelle Festlichkeiten wie Völker. Da kann man kaum erwarten, eine umfassenden Überblick über Borkenfest, Snörefiesten oder Hoawief zu erhalten. Doch wenigstens das wichtigste Fest der Lindwürmer angeht,  muss der geneigte Leser nicht länger im Dunkeln tappen. Im Briefwechsel zwischen dem berühmtesten Schriftsteller des Landes, Hildegunst von Mythenmetz und seinem alten Freund Hachmed Ben Kibitzer tauchte nämlich ein sehr aufschlussreiches Schriftstück auf. Darin erzählt Hildegunst von „Hamoulimepp“, das alljährlich über mehrere Tage gefeiert wird und seltsame Blüten auf der Lindwurmfeste treibt. Nicht immer ist der Verfasser mit dem Treiben einverstanden und immer wieder lassen sich frappierende Parallelen zum menschlichen Weihnachten nicht von der Hand weisen.

Walter Moers neues Werk ist nicht besonders umfangreich. Gerade einmal siebzig Seiten zählt die eigentliche Erzählung. Dazu kommen noch ungefähr dreißig Seiten mit Schautafeln und Erklärungen. Trotz des geringen Umfangs verströmt Weihnachten auf der Lindwurmfeste ein wohliges Gefühl. Das speist sich zum einen aus dem ganz eigenen Witz und der Fantasie des Autors. Es dauert zwar etwas bis das Ganze in Fahrt gerät, aber dann gibt es viele Stellen, die schmunzeln, lachen und wundern lassen. Die Parallelen zwischen Hamoulimepp und Weihnachten sind nett, sorgen aber eher nebensächlich für Freude. Da das aber auch gar nicht den Erwartungen an Moers entspricht, ist es völlig in Ordnung.
Für Zamonien-Fans ist es zum anderen herrlich, in bekannte und geliebte Gefilde zurückzukehren. Beides entschädigt völlig für die kleinen Stellen, an denen es knirscht.

Die Zeichnungen (von Lydia Rode) zu den verschiedenen Typen von Haustüren, Lindwurmschuppen oder Hamoulimepp-Bäumen sind leider wenig variantenreich und zeigen manchmal nur eine unterschiedliche Farbgebung. Außerdem wäre es schön gewesen, wenn mehr Illustrationen innerhalb des Textes für Abwechslung und Opulenz gesorgt hätten.
Textlich bzw. inhaltlich will sich irgendwie kein Sättigungsgefühl einstellen. Stattdessen ist es eher so, als müsse eigentlich noch mehr kommen. Tatsächlich kommt noch etwas ganz am Ende des Buches. Für manchen Fan ist es vermutlich sogar das eigentliche Highlight, obwohl es nichts mit Hamoulimepp zu tun hat.

Weihnachten auf der Lindwurmfeste bietet trotz kleiner Kritikpunkte einen weiteren fantastischen Einblick in die Welt von Zamonien. Es richtet sich vermutlich vor allem an die erwachsenen Fans von Walter Moers, deren Herz definitiv erwärmt werden wird. Andererseits ruft es geradezu danach, vorgelesen zu werden. Aber warum sollen sich Erwachsene nicht auch mal selbst oder gegenseitig eine amüsante und abwechslungsreiche Geschichte vorlesen?!

4/5 Schreibmaschinen

4Writer

Vielen Dank an den Penguin Verlag und das Bloggerportal für ein Rezensionsexemplar!

Walter Moers, Weihnachten auf der Lindwurmfeste, Penguin Verlag 2018.

[Tag] Gegenteilige Bücher

Irgendwie war mal wieder Zeit für einen Tag und diesen habe ich spontan bei Andrea ausgegraben. Viel Spass.

Dein ältestes und dein neustes Buch.

Meint „ältestes“ welches ich am längsten besitze? Oder wann die Geschichte verfasst wurde? Oder von wann die Ausgabe ist? Ich bin verwirrt. 🙂
Ich entscheide mich für die erste Variante. Ich habe noch ziemlich viele meiner ersten Bücher. Ich schätze, Hurra, Eberhard Wutz ist wieder da von Tatjana Hoffmann ist eines der frühesten gewesen. Ich konnte noch nicht lesen und schreiben und die Geschichte, die ich mir zu den Bildern ausgedacht habe, wurde von meiner Mutter hineingeschrieben. Es war also gleichzeitig mein erstes eigenes Werk! 😉
„Neuestes Buch“ kann sowohl mein zuletzt erstandenes als auch das aktuellste Buch meinen. Letzteres ist Young World – Die Clans von New York von Chris Weitz.

Dein billigstes und dein teuerstes Buch.

Meine günstigste Errungenschaft war Jane Eyre von Charlotte Bronte für 25 ct. Es ist selbstredend keine besonders hochwertige oder schöne Ausgabe, aber ich wollte den Roman unbedingt lesen als mir diese spottbillige Ausgabe über den Weg „lief“. Was soll man bei 25 ct. sagen. Da kann man doch nur zuschlagen. Au!

Das teuerste Buch mag Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten von Neil MacGregor sein. Allerdings habe ich es zu Weihnachten geschenkt bekommen und kenne den Preis nicht genau.

Ein Buch mit einem weiblichen und eins mit einem männlichen Protagonisten.

Stolz und Vorurteil von Jane Austen mit Elizabeth Bennet und Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón mit Daniel Sempere.

Ein Buch das sich schnell las und eines das sich gezogen hat.

Die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers und Das unendliche Meer von Rick Yancey.

Ein Buch mit einem schönen und einem nicht so schönen Cover.

Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern und Mit Sherlock Holmes durch London von John Sykes.

Ein Buch von einem deutschen und eins von einem nicht deutschen Autor.

Ich lese ja wenig von deutschen Autoren, aber von Adams Erbe von Astrid Rosenfeld war ich einfach begeistert.

Das zweite Buch ist Jäger des verlorenen Einhorns von Mike Resnick.

Ein dickes Buch und ein dünnes Buch.

Das dickste Buch, das ich jemals gelesen habe, ist Margaret Georges Ich, Heinrich VIII. mit 1230 Seiten. Eines der dünnsten Bücher ist Novecento von Alessandro Baricco.

Ein nicht fiktionales und ein fiktionales Buch.

Audrey Hepburn – Die Legende. Bilder und Erinnerungen von Ellen Erwin  und Jonathan Strange und Mr. Norrell von Susanna Clarke.

Eine Liebesgeschichte und ein Actionbuch.

Muss es wirklich ein hundertprozentiger Liebesroman sein? Ach, ich lese ja seeeelten Liebesgeschichten. Wenn dann sind es Klassiker oder sie geschehen am Rande. Und auch Actionbücher (was immer das genau meint) lese ich nicht wirklich häufig. Ich wähle also Bücher, die ich der jeweiligen Kategorie zuordnen würde.

Sinn und Sinnlichkeit von Jane Austen und Return Man von V.M. Zito.

Ein Buch das dich fröhlich macht und eins das dich traurig macht.

Der weiße Neger Wumbaba (kein politisch korrekter Titel, aber wenn die Leute das nun mal hören) von Axel Hacke und Das Lachen und der Tod von Pieter Webeling.

Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit.