Archiv der Kategorie: Serien

[Netflix] Dunkle Vergangenheit wirft lange Schatten

Dark

2019 passieren im fiktiven deutschen Städtchen Winnenden merkwürdige Dinge.

Seit Tagen wird schon nach dem vermissten Schüler Erik gefahndet. Vögel fallen vom Himmel, Schafe liegen tot auf der Weide. Ein Junge mit verbrannten Augen wird im Wald gefunden, gekleidet im Stil der Achtzigerjahre. Als dann auch noch Mikkel, der Sohn des Polizisten Ulrich Nielsen spurlos verschwindet, erinnert der sich an seinen Bruder Mads, dem 33 Jahre zuvor dasselbe geschah und der nie wieder auftauchte. Was hat die dunkle Höhle im Wald damit zu tun? Oder spielt das örtliche Atomkraftwerk eine Rolle? Offensichtlich betrifft das Geheimnis vier Familien, die sich den Vorgängen nicht entziehen können und sich auf die Suche nach Antworten begeben. Weiterlesen?

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[Serienkritik] Netflix: 3%

3%

Heute möchte ich eine Serie besprechen, die ich in den letzten Tagen erst rein zufällig für mich entdeckt und dann quasi inhaliert habe. Natürlich möchte ich Euch solch ein Werk nicht vorenthalten. Es handelt sich um die brasilianische Netflix-Produktion 3%.

In einem unbekannten dystopischen Staat muss der Großteil der Bevölkerung in Armut und Hunger vor sich hin vegetieren. Die einzige Hoffnung, ihr Leben zum Besseren zu wenden, ist ein strenges Auswahlverfahren, dass mit zwanzig Jahren durchlaufen werden kann. Jeder Jugendliche fiebert auf diese Möglichkeit hin und möchte sie sich nicht entgehen lassen. Die ausgewählten 3% dürfen auf die sagenumwobene „Insel“ übersiedeln, wo angeblich ein sorgenfreies Leben auf sie wartet. Dass sie dort keinen Kontakt mehr zu ihren zurückbleibenden Verwandten und Freunden haben werden, wird als Begleiterscheinung in Kauf genommen.
In diesem Jahr will sich Michele der Aufnahmeprüfung stellen. Sie weiß, dass es schwer werden wird und möglicherweise Opfer fordert. Dennoch ist sie fest entschlossen, das Verfahren zu durchlaufen, denn ihre Motivation geht über den Wunsch nach einem besseren Leben weit hinaus.

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Wir müssen reden über: die Serie Liar

Dieser Artikel dreht sich um die britische Miniserie Liar. Es handelt sich aber nicht um eine bloße Serienkritik, da Details diskutiert werden und darum SPOILER unumgänglich sein werden!

Lehrerin Laura Nielson (Joanne Froggatt) wird von Andrew Earlham (Ioan Gruffud), dem Vater eines ihrer Schüler um ein Date gebeten. Da sie sich gerade von ihrem Freund getrennt hat und ein wenig Abwechslung sucht, sagt sie zu. Sie gehen Essen, verstehen sich gut und er begleitet sie noch bis zu ihrer Wohnung. Dort möchte Andrew ein Taxi rufen, stellt aber fest, dass der Akku seines Handys leer ist. Laura bietet ihm an, das Taxi von ihrer Wohnung aus zu bestellen. Während sie warten, beschließen Laura und Andrew, nocht etwas zu trinken. Am nächsten Morgen wacht Laura benommen auf ihrem Bett auf. Sie weiß, Andrew hat sie vergewaltigt. Aber wird ihr jemand glauben, dass der Lungenfacharzt zu so etwas fähig ist? Tatsächlich streitet Andrew entrüstet jeglichen Vorwurf ab. Aber Laura gibt nicht auf, auch nicht als die Polizei ihr nicht helfen kann. Weiterlesen?

TrailerTipp #10

Gerade erschien ein Teaser zur 2. Staffel von The Handmaid’s Tale, die im April bei Hulu starten wird. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird, zumal vieles aus dem Roman schon verarbeitet wurde und sich die Handlung nun noch mehr davon lösen wird.

[Serienkritik] Samtige Unterhaltung: Velvet

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Alberto Marquez kehrt von seinem Studium nach Madrid zurück. Sieben Jahre zuvor hatte ihn sein Vater Rafael nach London geschickt, um der unstandesgemäßen Beziehung seines Sohnes mit der Schneiderin Ana ein Ende zu setzen. Nun möchte der Patriarch, dass sein Spross in das kränkelnde Familienunternehmen, das Modehaus Galerias Velvet, einsteigt und es zu neuem Erfolg führt. Alberto hat aber ganz andere Pläne. Er möchte endlich mit Ana zusammen sein und irgendwo ein gemeinsames Leben aufbauen. Tatsächlich liebt auch sie ihn noch und stimmt zu, fortzugehen. Doch unterwegs haben sie erst einen Unfall und müssen dann erfahren, dass Don Rafael Selbstmord begangen hat. Alberto ist nun Erbe und damit verantwortlich für das Modehaus. Weiterlesen?

Wir müssen reden über: die Serie „A Handmaid’s Tale“ Staffel 1

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Wenn man wie ich sowohl an dystopischen Geschichten als auch an emanzipatorischen Themen interessiert ist, kommt man an Der Report der Magd von Margaret Atwood nicht vorbei. Dennoch habe ich es jahrelang versucht, weil mich die Reduzierung von Frauen auf reine Gebärmaschinen als Thema total abgeschreckt hat.

Irgendwann habe ich bin ich im Spätprogramm über die Verfilmung von Volker von Schlöndorf gestolpert. Allerdings hat sie wohl keinen allzu großen Eindruck auf mich gemacht. Vermutlich habe ich den Film nicht einmal zu ende geschaut. Besonders gut kann ich mich nämlich nicht mehr daran erinnern. Viele Jahre sind seitdem vergangen.

2017 wurde Atwoods Roman als Serie adaptiert. Im Zuge dessen ist natürlich auch der Roman wieder in den Fokus getreten und neu aufgelegt worden ist. Natürlich habe ich das mitbekommen, konnte mich aber immer noch nicht aufraffen, ihn zu lesen. Die Serie löste natürlich den gleichen Unwillen bei mir aus, allerdings schien es ohnehin vorerst keine Möglichkeit zu geben, sie zu sehen. Der Zufall half, denn als ich einige Zeit später durchs englische Fernsehprogramm zappte, landete ich auf Channel 4. Ich konnte es kaum glauben, aber da lief tatsächlich die erste Folge. Selbstverständlich musste ich dranbleiben und war tatsächlich sofort gefesselt. Natürlich musste ich nach der Serie dann doch die Romanvorlage lesen. Der Report der Magd hat mich nicht enttäuscht und beschäftigt mich noch heute.

In diesem Artikel möchte ich auf Serie eingehen und mit dem Roman in Beziehung setzen.

Das Folgende richtet sich eher an LeserInnen, die den Roman schon gelesen haben, da milde Spoiler auftauchen können und bestimmte Zusammenhänge angesprochen werden, die nur bei Kenntnis der Geschichte Sinn ergeben.
Den Roman habe ich auf deutsch gelesen, weil mir eine entsprechende gebrauchte Ausgabe günstig in die Hände fiel. Da ich aber vorher die Serie und ihre Figuren kennengelernt habe, hat sich mir der englische Originalname der Hauptfigur „Offred“ stärker eingeprägt als der deutsche. Im Weiteren werde ich deshalb „Offred“ verwenden. Weiterlesen?

Wir müssen reden über: Doctor Foster Season 1

Im Gegensatz zu den üblichen Kritiken wird dieser Beitrag Spoiler enthalten, um die Kritikpunkte anhand von Beispiele zu verdeutlichen.

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Gemma glaubt eine glückliche Ehe zu führen, muss jedoch feststellen, dass ihr Ehemann Simon sie seit zwei Jahren mit einer Jüngeren betrügt. Nach und nach erkennt sie, dass so gut wie jeder in ihrer Umgebung schon lange von der Affäre weiß. Statt Simon zur Rede zu stellen, schweigt auch sie und versucht, ihre Ehe zu retten. Auch in ihrer Arztpraxis gibt es zunehmend Probleme und sie vergrößern sich, als Gemmas Privat- und Berufsleben kollidieren.

Das fünfteilige BBC-Drama vom Herbst 2015 mit Suranne Jones und Bertie Clavel in den Hauptrollen erhielt hohe Einschaltquoten und zahlreiche positive Kritiken. Deshalb wurde vor kurzem die Produktion einer zweiten Staffel angekündigt.

Einerseits besticht Doctor Foster durch Dialoge und Bilder. Beides wirkt kühl, aber gleichzeitig pointiert und sehr auf das Wesentliche fokussiert. Doctor Foster führt eindrucksvoll vor, wie aus Liebe Hass wird.

Die Besetzung ist passend und glaubwürdig. Auch ihre Arbeit macht sie vorbildhaft. Erzählt wird die Geschichte vor allem aus Gemmas Perspektive. Die Fokussierung auf ihre Person, schlägt sich in zahlreichen Nahaufnahmen nieder. Suranne Jones zeigt eine große darstellerische Bandbreite, wenn sie die unterschiedlichen Seelenzustände ihrer Figur darstellt. Ja, sie ist wirklich der Star der Show.

Andererseits gaukelt die Inszenierung vor, mehr zu sein als die Geschichte schließlich halten kann. Weiterlesen?