[Rezension] Justin Go – Der stete Lauf der Stunden: Warum?

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Tristan Campbell hat gerade seine Uni abgeschlossen als er ein merkwürdiges Schreiben aus England erhält. Darin wird ihm mitgeteilt, dass er möglicherweise der Erbe eines großen Vermögens sein könnte. Er wird darum gebeten, unverzüglich nach London zu reisen, um die genauen Bedingungen zu erfahren. Alles muss sehr vertraulich behandelt werden. Da Tristan immer von Europa geträumt hat und sogar europäische Geschichte studiert hat, willigt er ohne zu zögern ein.
1924 nimmt Ashley Walsingham an einer Expedition zum Himalaya teil. Obwohl die ohnehin schwierigen Umstände durch einen erbarmungslosen Sturm zusätzlich erschwert werden, soll der Gipfel des höchsten Bergs der Welt endlich bezwungen werden. Eine Entscheidung, die Ashley das Leben kostet. Sein Vermögen soll nun an seine große Liebe Imogen Soames-Andersson gehen, die jedoch vor Jahren spurlos verschwunden ist.
Achtzig Jahre später erfährt Tristan von seiner möglichen Verwandtschaft mit Imogen. Eine Verbindung, die jedoch erst bewiesen werden muss, um zu Ashleys Erbe zu führen. Tristan muss den Nachweis innerhalb von zwei Monaten auftreiben, denn sonst verfällt sein möglicher Anspruch. Entschlossen begibt er sich auf eine Spurensuche, die ihn nicht nur durch halb Europa führen wird, sondern auch  durch tief in eine tragische Vergangenheit.

Vielleicht greift man zu Der stete Lauf der Stunden, weil man aufgrund der Beschreibung ein Werk im Stil von Kate Morton erhofft. Irgendwie geht es auch in diese Richtung, aber darüber hinaus. Der Klappentext lässt nur rudimentär erahnen, was das Buch bereithält. Inhalt und Leseerlebnis bieten soviel mehr als die wenigen Worte versprechen. Weiterlesen?

Media Monday #447: Hier bitte gewünschten Titel eintragen :)

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Herzlich willkommen zu einem neuen Media Monday, in dem es wie immer darum geht, Lückentexte individuell auszufüllen. Obwohl die Aktion schon so lange läuft, macht es jede Woche aufs Neue Spaß mitzumachen. Vielen Dank an Wulf und Euch alle dafür!

1. Wenn ich mir etwas für das Filmjahr 2020 wünschen könnte, dann dass mich mehr Filme ins Kino locken. In den meisten Fällen bin ich einfach nicht neugierig genug auf sie, um nicht auf die Heimversion warten zu können.
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18 Reasons why…ich gegen die Widerspruchslösung bin

Am Donnerstag soll im Bundestag über ein mögliches neues Organspendegesetz debattiert werden. Organspende ist für viele überlebenswichtig und es ist selbstlos und bewundernswert, wenn Menschen sich entscheiden, ihre Organe zu spenden. Ich bin natürlich pro Organspende. Nichtsdestotrotz bin ich gegen eine generelle Organspende mit Widerspruchsregelung, wie Gesundheitsminister Spahn sie vorschlägt.

Dagegen sprechen für mich folgende (nicht nach Prioritäten geordnete) Aspekte:

  1. Der Körper eines Menschen gehört ihm allein! Nur er darf darüber verfügen und darüber bestimmen. Niemand sonst!
  2. Es ist eine extrem erschreckende und beklemmende Vorstellung, dass ein Staat eine so fundamentale Verfügungsgewalt über bzw. Anspruch auf seine BürgerInnen haben soll. Die individuelle Widerspruchsregelung ändert daran nichts, weil der allgemeine Anspruch auf die Bevölkerung ja dennoch bestehen würde. Ich empfinde das als unrechtmäßig, nicht freiheitlich, ja sogar diktatorisch. Sollte es ein entsprechendes Gesetz geben, würde mich das von diesem Land und seinem Staat entfremden. Von dieser Demokratie, die ich immer unterstützt habe.
  3. In Artikel 2 unseres Grundgesetzes heißt es: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.“ Dieses Recht gilt über den Tod hinaus und darf auf keiner Ebene und in keiner Weise angezweifelt oder missachtet werden. Tote können sich nicht mehr wehren und sind sie besonders schützenswert. Eine allgemeine Organspendepflicht wäre also verfassungswidrig.
  4. Frauen kämpfen um ihre Selbstbestimmung mit Slogans wie „Mein Bauch gehört mir.“ Das wäre alles obsolet, wenn der Staat einen so allumfassenden Anspruch auf seine Bevölkerung erheben würde.
  5. Die Entscheidung zur Organspende ist so weitreichend, dass sie aktiv getroffen werden muss und nicht lediglich durch Unterlassung eines Widerspruchs erfolgen darf.
  6. Freiheit ist nicht, einen Widerspruch formulieren zu dürfen, sondern sich für etwas zu entscheiden.
  7. Knapp 10.000 Menschen warten auf ein Organ. Das ist viel, aber man darf deshalb nicht knapp 80 Millionen in Haftung nehmen, sondern muss durch Informationen mehr Organspender rekrutieren.
  8. Es kann nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass jemand, der keinen Widerspruch erhoben hat, dennoch im Fall der Fälle der Organspende zugestimmt hätte. Vielleicht würde er den Einspruch noch fünf Minuten vor seinem Tod erheben, wenn es möglich wäre.
  9. Vielfach wird unterstellt, die Menschen seien zu bequem, sich einen Organspendeausweis zuzulegen. Vermutlich vertraut das neue Gesetz ebenfalls auf diese „Faulheit“, so dass es Menschen zu aufwendig ist, Widerspruch einzulegen oder sie es schlicht vergessen. Sich auf diesem Weg eine so folgenreiche Zustimmung zu erschleichen, ist nicht rechtmäßig.
  10. Es wird beklagt, dass Organspende-Kampagnen zu wenig Menschen bewegen, einen Ausweis auszufüllen. Daraus sollte jedoch kein Argument für das neue Gesetz abgeleitet werden. Stattdessen sollten neue Wege beschritten werden, um Menschen von der Notwendigkeit von Spenden zu überzeugen. Mit Zwang zu arbeiten, weil Argumente nicht fruchten, kann keine Lösung sein.
  11. Angeblich besteht eine große Zustimmung in der Bevölkerung zu diesem Gesetzesentwurf. Es kann allerdings bezweifelt werden, dass diese Menschen alle über einen Organspendeausweis verfügen. Wäre das so, wäre sicher schon viel gewonnen.
  12. Um die Zahl der Organspender zu erhöhen, könnte zudem bei Behördengängen z.B. anlässlich der Verlängerung des Personalausweises oder Reisepass über Organspende informiert werden und gefragt werden, ob jemand Organspender sein möchte und diese Information hinterlegt werden.
  13. Viele Menschen besitzen einen Organspendeausweis. Wenn der Ernstfall eintritt, ist dieser jedoch nicht auffindbar. Die Angehörigen sind vielleicht ebenfalls nicht informiert. So werden mögliche Spender nicht erkannt. Statt einer allgemeinen Pflicht könnten die Organspender zentral gespeichert werden, so dass die Kliniken sich einfach online informieren können.
  14. Organspende ist kostspielig. Kliniken und Spezialisten verdienen damit nicht unerheblich Geld. Der betroffene Mensch soll seine Organe jedoch kostenlos zur Verfügung stellen. Zusätzlich würde ihm durch das neue Gesetz noch das Recht, selbst darüber zu entscheiden, aberkannt werden.
  15. Es wird argumentiert, dass viele europäische Länder bereits über entsprechende Gesetze verfügen. Zum einen heißt nicht, dass die Mehrheit immer recht hat. Zum anderen wird außer Acht gelassen, dass Deutschlands Geschichte uns eine Sonderrolle auferlegt. Dem muss Rechnung getragen werden. In jener Zeit wurde das Wohl des „Volkes“ über das des Individuums gestellt. Menschen verfolgt, weil sie angeblich der „Volksgemeinschaft“ schadeten.
  16. Wer das für Humbug hält, sei auf die Wahlerfolge der AfD verwiesen. Es könnte sein, dass sich die Regierungsverhältnisse irgendwann zu Gunsten dieser Partei wie wandeln. Dann wäre ihnen mit der neuen Gesetzgebung möglich, Menschen, die Widerspruch erhoben haben, unter Druck zu setzen, zu bestrafen oder zu verfolgen. Das mag übertrieben klingen, aber leider ist diese Gefahr in Zeiten von „Todeslisten“ etc. nicht völlig unrealistisch.
  17. Es sind schon Forderungen laut geworden, dass Menschen, die sich nach dem Gesetz dann gegen eine Organspende entscheiden werden, im Bedarfsfall keine Spende erhalten sollen. Dies deutet nicht nur auf eine mögliche Entwicklung wie oben genannt hin, sondern würde Artikel 3 des Grundgesetzes verletzen: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“.
  18. Wie sollen Menschen, die nicht im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sind, ihren Widerspruch formulieren? Wie kann man sich anmaßen, den Willen von Personen zu kennen, die sich nicht äußern können? Da man es nicht kann, darf man ihnen keine Entscheidung aufoktroyieren.

Die Kommentarfunktion wird für diesen Artikeln nicht freigeschaltet, weil die oben genannten Punkte das Ergebnis meiner Überlegungen sind und somit meine ganz persönliche Meinung widerspiegeln. Es sollen lediglich Denkanstösse sein.

Media Monday #446: Das Feuer brennt schon

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Hallo! Ist echt schon wieder eine Woche um? Offensichtlich ja, denn sonst würden wir uns nicht erneut um das virtuelle Lagerfeuer namens Media Monday scharen. Alle Infos dazu gibt es wie immer nach einem Klick auf obige Grafik und nun entfachen wir das Feuer. Weiterlesen?

[Rezension] Fiona Davis – Wege ihrer Sehnsucht: Schlicht unterhaltsam

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Die Illustratorin Clara Darden möchte sich im New York der Zwanzigerjahre einen Namen machen. Sie arbeitet als Dozentin in einer Kunstakademie, die in der Grand Central Station untergebracht ist. Außerdem versucht sie, ihre Skizzen an Zeitschriften zu verkaufen. Da Männern jedoch stets der Vorzug gegeben wird, ist es für Frauen schwierig, sich eine Karriere aufzubauen. Doch dann eröffnen ihr zwei neue Bekanntschaften ungeahnte Möglichkeiten.
Fünfzig Jahre später muss sich Virginia Clay nach ihrer Scheidung ein eigenes Leben aufbauen. Dazu braucht die konservative Hausfrau vor allen Dingen eine Arbeit. Doch die ist mit einem Abschluss in Kunstgeschichte und wenig Arbeitserfahrung schwer zu finden. Schließlich landet sie als Praktikantin am Auskunftsschalter der Grand Central Station. Der Bahnhof hat schon bessere Zeiten gesehen. Genauso wie die Kunstakademie, deren verlassenen Räume Virginia eines Tages entdeckt. Dass sie dieses Ereignis zu einem viel größeren Geheimnis führen wird, ahnt sie da noch nicht.  Weiterlesen?

Media Monday #445: Die bisher beste Ausgabe 2020! ;)

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Ein Frohes Neues Jahr!!

Ist es für Euch auch noch so ungewohnt „2020“ zu sagen und zu schreiben? Ich komme mir dabei vor, als wäre ich plötzlich in der Zukunft gelandet. Und alle reden von einem neuen Jahrzehnt, dabei beginnt das eigentlich erst 2021. Aber fangen wir doch jetzt schon an, uns unter Druck zu setzen, dass alles neu und anders werden muss 😉 ! Kann mich nicht erinnern, dass 2009 oder noch früher so ein Hype um ein neues Jahrzehnt gemacht wurde. Wir machen  wir den doch lieber um den Media Monday, von dem heute die erste Ausgabe im neuen Jahr anliegt. Mittels eines Klicks auf die Grafik werdet Ihr zu seinem Ursprung geführt und findet alle anderen Teilnehmer.

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[Filmkritik] Jumanji – The next Level: Ein weiteres Opfer

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Die Abenteuer aus Jumanji-Willkommen im Dschungel liegen eine Weile zurück. Spencer (Alex Wolff) lebt inzwischen in New York, wo er das College besucht und nebenbei in einer Drogerie jobbt. Zu Weihnachten fährt er nach Hause, wo sein kranker Großvater Eddie (Danny DeVito) vorübergehend eingezogen ist. Auch mit seinen Jumanji-Weggefährten Martha (Morgan Turner), Fridge (Ser’Darius Blain) und Bethany (Madison Iseman) soll es ein Treffen geben, wozu Spencer allerdings überhaupt keine Lust verspürt. Bei allen anderen scheint es gut zu laufen, nur er fühlt sich ungenügend. Sich noch einmal so wie im Jumanji-Spiel zu fühlen. So als könne er alles schaffen, was er sich vornimmt, danach sehnt er sich. Beim verabredeten Brunch warten seine Freunde vergeblich auf ihn. Also machen sich Martha, Bethany und Fridge auf die Suche nach ihm und zwar logischerweise zuerst bei ihm zuhause. Dort wird Eddie gerade von seinem Kumpel Milo (Danny Glover) besucht, weiß aber auch nicht, wo sich sein Enkel befindet. Schnell stellt sich heraus, dass Spencer erneut ins Jumanji-Spiel geraten ist. Natürlich wissen seine Freunde, dass man dort nicht alleine klar kommt und folgen ihm.

Die erste Jumanji-Neuauflage war ein Überraschungserfolg, der dank seiner Besucherzahlen und Einspielergebnisse zum fünft erfolgreichsten Film des Jahres 2017 und zum 41. aller Zeiten geworden ist. Dies liegt vermutlich an seinen selbstironischen Gags, deren Dichte, den sympathischen Identifikationsfiguren, der Spielfreude aller Beteiligten und einer frisch wirkenden Geschichte. Was liegt also näher als das Eisen zu schmieden, solange es heiß ist und schnellstmöglich eine Fortsetzung herauszuhauen?! Stimmt, absolut gar nichts.
Also flink ein Drehbuch schreiben, die üblichen Verdächtigen zusammentrommeln und los geht’s. Das 123 Minuten lange Ergebnis lässt sich seit dem 12. Dezember in deutschen Kinos unter die sprichwörtliche Lupe nehmen. Weiterlesen?