Media Monday #416: Von Macken und Wünschen

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Nachdem ich das Wochenende mit der Großwildjagd auf Blattläuse und Buchsbaumzünsler verbracht habe, gibt es zum Wochenanfang und zur Erholung den Media Monday. Mal sehen, was sich Wulf für uns ausgedacht hat.

1. Das erfreulichste, was mein Blog mir bisher beschert hat, ist natürlich eine tolle Leserschaft. Dass Menschen meine Texte lesen, war und ist für mich eine riesige Freude. Und das ist keine Schleimerei, sondern ehrlich gemeint. Allerdings hätte ich auch nichts dagegen, wenn ich dank Blog mal kostenlos ins Kino kommen könnte.

2. Mit deutlich mehr Zeit und unbegrenzten Ressourcen würde ich zuerst ein Haus kaufen, dann eine  Ferienwohnung in London und schließlich ein eigenes Kino mit allen Schikanen bauen. Da ich aber nicht nur egoistisch sein will, würde ich natürlich noch spenden…. 1€….Nein, natürlich mehr :D!

3. Links und Rechts verwechsle ich ja immer mal wieder, denn ich habe da eine kleine Schwäche, allerdings nur, wenn ich jemandem den Weg beschreiben muss.

4. Von mir selbst würde ich ja gerne eine schmucke Deluxe Edition besitzen, schließlich kann man immer an sich und seinen Macken arbeiten und ist nie zufrieden mit sich…

5. Nichts hätte besser und gelungener kaum sein können, denn ich glaube, dass Perfektion schrecklich langweilig ist und das Ende jeder Kreativität. Verbessern kann man so gut wie alles, denn nichts ist vollkommen. Das heißt aber ganz und gar nicht, dass es nicht dennoch super sein kann.

6. Wenn andere Leute mir ungefragt meine Interessen madig zu machen versuchen, wechsele ich relativ schnell das Thema. Über Geschmack lässt sich nun einmal nicht streiten und das möchte ich auch nicht. Es macht mehr Spaß, zu schwärmen, als sinnlose Überzeugungsarbeit zu leisten. So wie ich niemanden von irgendetwas überzeugen möchte und kann, was er nicht mag, so werde ich mir meine favorisierten Dinge niemals schlecht machen lassen. Ich weiß schon, warum sie mich trotz Fehlern begeistern. Geschmäcker sind unterschiedlich und das ist auch gut so. Was hätten wir sonst für einen Einheitsbrei in allen Bereichen?!

7. Zuletzt habe ich die erste Folge der dritten Staffel von 3% gesehen und das war ein ambivalentes Vergnügen, weil ich typischer Weise sehr viel von den anderen Staffeln vergessen habe, aber keine Lust habe, sie aufzufrischen, bevor ich weiter gucke. Werde ich aber wohl müssen oder ich lese mir einfach eine Inhaltsangabe durch.

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[Serienkritik] Hohe See, hohe Geheimnis- und Verbrechensrate

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Ende der Vierziger Jahre begeben sich die beiden Schwestern Eva (Ivana Baquero) und Carolina Villanueva (Alejandra Onieva) auf einen Luxusliner von Spanien nach Brasilien. Während der Überfahrt möchte Carolina ihren Verlobten und Besitzer des Schiffs Fernando Fábregas (Eloy Azorín) heiraten, bevor sie in Brasilien ein neues Leben beginnen. Auf der Reise werden sie begleitet von ihrem Onkel Pedro (José Sacristán), dem Arzt und Freund der Familie Doctor Rojas (Pepe Ocio), und Fernandos Schwester und Schwager befinden.
Doch noch bevor die Schwestern ihre Reise antreten können, Weiterlesen?

Media Monday #415: Von Frühlingsfreuden, Verzicht und ungenutzten Möglichkeiten

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Gesättigt vom Grillabend setze ich mich an den Media Monday, damit Ihr ihn auch am Pfingstmontag pünktlich lesen könnt. Wie pflichtbewusst von mir 😉 .  Macht Euch einen schönen Tag, auch wenn es ordentlich gewittert oder regnet!

1. So ein verlängertes Pfingstwochenende ist ideal, um Weiterlesen?

Kein Vergleich mit Bohemian Rhapsody

Im Moment kursieren viele Vergleiche zwischen Bohemian Rhapsody und Rocketman. Oberflächlich betrachtet kann man diese natürlich anstellen, eigentlich sind die Methoden beider Filme aber zu unterschiedlich, um vergleichbar zu sein. Das eine ist ein Biopic, das andere ein Musical.

Man hat fast den Eindruck Dexter Fletcher hätte aus den Vorwürfen an Bohemian Rhapsody gelernt. Indem er Rocketman als Musical Fantasy deklariert, entzieht er sich von vornherein dem Anspruch einer Chronologie und sichert sich größtmögliche künstlerische Freiheit. Rocketman wählt somit nur wenige chronologische Bezugspunkte, imaginiert darum herum, um die Essenz seiner Geschichte offenzulegen.
Bohemian Rhapsody hingegen will eine abgeschlossene Geschichte erzählen und gleichzeitig reale Ereignisse prominent einbinden. Um beides zu erreichen, wird die historische Chronologie verändert. Die schwierigere Herangehensweise hat zwar Bohemian Rhapsody gewählt, aber darauf kommt es letztlich nicht an. Wie man die unterschiedlichen Methoden bewertet, ist subjektiv, sie werden definitiv in beiden Fällen extrem gut umgesetzt.

Des Weiteren wird Bohemian Rhapsody vorgeworfen, Freddies Intim- und Partyleben nicht ausführlich genug zu behandeln. Auch diesem Vorwurf wollte Fletcher offensichtlich keinen Vorschub leisten und breitet entsprechende Szenen bereitwillig in Rocketman aus. Beide Herangehensweisen sind absolut legitim und wieder kann jede/r entscheiden, was er, wenn überhaupt, bevorzugt. Nichtsdestotrotz ist zu bedenken, dass es einen Unterschied macht, ob das reale Vorbild des Protagonisten noch lebt oder nicht. Es ist nun einmal etwas anderes, wenn das Leben von jemandem dargestellt wird, der sich nicht mehr wehren kann. Elton John ist Produzent von Rocketman und konnte jederzeit seine Wünsche anbringen. Es arbeitet sich leichter, wenn man jederzeit das Okay der betroffenen Person einholen kann. Auch wenn er sich zurückgehalten haben soll, wird Elton John vermutlich ein Auge auf seine Darstellung gehabt haben. Er wird nie in einem schlechten Licht gezeigt, was vielleicht schon seiner Präsenz zuzuschreiben ist. Doch ich möchte nichts unterstellen. 😉

Im Fall von Bohemian Rhapsody sind Brian May und Roger Taylor intensiv involviert gewesen und haben quasi in Freddies Sinne das Projekt gelenkt. Natürlich fühlen sie sich ihm verpflichtet, überlegen sehr genau, wie die Szenen mit ihm gestaltet werden sollen. Wie kann seine Persönlichkeit deutlich gemacht werden? Sein familiärer Background, seine Probleme etc.? Was soll wie preisgegeben werden? Wie grafisch soll es geschehen? Offensichtlich haben sie sich für einen zurückhaltenderen Weg entschieden, den man ihnen in Anbetracht der Umstände meiner Meinung nach nicht vorwerfen darf. Hinzukommt, dass sie ihren Film einer sehr breiten Öffentlichkeit zugänglich machen wollten. Alles in allem stören mich die unverblümten Darstellungen in Rocketman nicht, meinen persönlichen Geschmack trifft jedoch die leise Herangehensweise in Bohemian Rhapsody besser. Es ist ja nicht so, dass der Film irgendetwas verschweigen würde. Man erfährt von Freddies Homosexualität und Drogenkonsum ebenso wie von seiner Zerrissenheit und Krankheit. Der Film braucht z.B. keine expliziten Bilder seiner Krankheit, die vielleicht schnell als reißerisch empfunden werden könnten.

Schließlich wird immer wieder hervorgehoben, dass Taron Egerton im Gegensatz zu Rami Malek selbst singt. Das ist wirklich toll und bewundernswert. Es ist aber ein großer Zufall, jemanden zu finden, der sich nicht nur darstellerisch und optisch in sein Vorbild verwandeln kann, sondern auch noch stimmlich! Glückstreffer! Ein Bonus! Das kann natürlich im Umkehrschluss nicht heißen, dass man eine ansonsten perfekte Besetzung am fehlenden Gesangstalent scheitern lassen sollte. Kann man es also Rami vorwerfen, nicht selbst gesungen zu haben? Nein. Und heutzutage gibt es genug Möglichkeiten, technisch Abhilfe zu schaffen. Im Übrigen ist die Feststellung wohl nicht zu gewagt, dass es weitaus schwieriger ist Freddies Stimme zu imitieren als Elton Johns. In Rocketman war es außerdem ein wichtiger Bestandteil, dass Taron selbst singt, um die Lieder inhaltlich in die Handlung einzubinden.

Für mich persönlich als großem QUEEN-Fan wirkt Bohemian Rhapsody natürlich auf einer tieferen, emotionaleren Ebene als für unbeteiligte ZuschauerInnen. Das kann und will ich Rocketman nicht zum Vorwurf machen und habe gar nicht erwartet, dass er eine ähnliche Wirkung auf mich haben könnte. Ich mag viele seiner Lieder, die teilweise echte Meisterwerke sind, und finde Sir Elton John sehr sympathisch. Mein Fanherz hat er jedoch nicht erobert. Allerdings hat der Film sein Potential, mich auf seine eingene Weise tief zu bewegen, auch nicht ausgeschöpft. Zum Einen liegt das sicher am überragenden Trailer, der meine Erwartungen sehr hochgeschraubt hat. Zum Anderen habe ich erwartet, von der Musik und ihrer Inszenierung absolut mitgerissen zu werden. Das gelang aber immer nur ansatzweise, was mich total enttäuscht hat und für mich das große Manko darstellt!

Falls Dein Weg Dich nicht über die Kritik zu Rocketman hierher geführt hast, könntest Du sie hier nachlesen.

Media Monday #414: Von Pomp and Circumstances

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Eben noch im  Kino, jetzt schon auf der Showbü…Halt, das war ja was anderes. Eben noch im Kino, jetzt schon beim Media Monday. Der gilt aber faktisch erst ab Montag und wenn Ihr das hier lest, liegt mein Kinoerlebnis schon etwas länger zurück. Um welches bunte Abenteuer es sich dabei gehandelt hat, werdet Ihr im Laufe des neuen Lückentextes erfahren.

1. Momentan habe ich ja ein durchaus ausgeprägtes Faible für Weiterlesen?

Die wöchentlichen Neun #74: Hitze, nicht nur draußen

Top7

Draußen herrschen hochsommerliche Temperaturen, die ich grundsätzlich nicht so gut vertrage. Deshalb gehe ich heute immer nur kurze Zeit raus und flüchte dann zurück ins Kühle. Bevor das große Gießen im Garten losgeht, liefere ich Euch die aktuelle Ausgabe meines wöchentlichen Rückblicks.

Gelesen

Jane Harris‘ The Oberservations beendet. Ein wirklich toller und empfehlenswerter Roman, der viele Aspekte vereint, und auch sprachlich ein Hochgenuss ist. Jetzt heißt es überlegen, was folgen soll.

Gesehen:

Die erste Staffel von High Seas geguckt. Weiterlesen?