[Rezension] Todeswirbel

BuchWunder

Die Cloades haben ein Problem. Achwas, eins. Eigentlich sind es mehrere. Der reiche Gordon Cloade, der seine Verwandten immer mehr als großzügig unterstützt hat, hat das Zeitliche gesegnet. Und er hat kurz vor diesem Ereignis die bedeutend jüngere Rosaleen geehelicht. Nun ist sie Alleinerbin und seine Familie schaut in die Röhre und dumm aus der Wäsche.

Doch was wäre, wenn Rosaleens erster Ehemann gar nicht tot, sondern quicklebendig wäre? Dann wäre nicht nur ihre Ehe mit Gordon unrechtmäßig, sondern auch ihre Erbschaft. Und plötzlich taucht ein Fremder im Ort auf und deutet genau das an. Es ist keine Überraschung, dass er wenig später erschlagen aufgefunden wird. Aber welcher der zahlreichen Verdächtigen ist dafür verantwortlich? Hercules Poirot wird es ergründen.

Am Anfang der Geschichte hat Hercules Poirot einen kurzen Auftritt und taucht dann leider leider erst gegen Ende wieder auf, um den Fall zu lösen. In der Zwischenzeit lernt der Leser, die Mitglieder der Familie Cloade sowie Rosaleen und ihren Bruder David kennen. Jeder von ihnen hat seine eigenen Probleme und Beweggründe, so dass der Leser die Qual der Wahl hat, wer warum wen umgebracht haben könnte. Der Fall ist spannend und verzwickt, obwohl er anfangs sehr einfach zu lösen scheint. Schlussendlich ist aber nur einer hier der Meisterdetektiv und seine Schlussfolgerungen sind wieder einmal brillant. Die Lösung ist unvorhersehbar und daher eine echte Überraschung. Nur die letzte Szene passt nicht so wirklich ins Gesamtgefüge, hat aber mit den Figuren zu tun und nicht mit der Geschichte. Die Entscheidung einer der Figuren ist einfach unmotiviert.

Agatha Christie versteht es wie immer zu überzeugen. Sie kreiert interessante Figuren und einen verzwickten Fall auf ihre eigene, unnachahmliche Weise. Ihr Ermittler weiß wie immer zu gefallen. Sein ruhiges Wesen, seine lakonische Art und sein Vorgehen, erst alles zu beobachten, um seine Schlüsse im richtigen Moment zu präsentieren. Agatha Christies Leistung ist umso eindrucksvoller, da sie auf sehr begrenztem Raum entfaltet wird.

4 Schreibmaschinen.

4Writer

Agatha Christie, Todeswirbel, Fischer Taschenbuch 2009.

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2 Gedanken zu „[Rezension] Todeswirbel

  1. Tinka

    Agatha Christie ist einfach toll, bis jetzt hat mir eigentlich jedes Buch von ihr gefallen, manche mehr, manche weniger. Meine Lieblingsgeschichte ist 16 Uhr 50 ab Paddington. Es war mein erstes Buch von ihr und da hab ich mich gleich verliebt in sie 🙂 Was ist dein Lieblingsbuch von Christei? Lg

    Gefällt 1 Person

    Antwort

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