[Blogparade] Eure Geheimtipps

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Bei der lieben rina.p habe ich die sehr berechtigte 😉 Blogparade „Eure Geheimtipps“ von Aleshanee Weltenwanderer entdeckt. Heute möchte endlich meinen Beitrag dazu leisten.

In den vielen Jahren als Leserin habe ich schon etliche Bücher gelesen. Das Phänomen von literarischen Hypes nehme ich jedoch bewusst erst seit ein paar Jahren wahr. Vielleicht bin ich sensibler dafür geworden, vielmehr denke ich aber, dass diese in den letzten Jahren und dank Internet schlicht exorbitant zugenommen haben. In meiner Jugend kann ich mich an so etwas jedenfalls nicht erinnern.

Eigentlich lese ich gehypte Bücher nur, wenn sie in eines meiner bevorzugten Genres fallen und mich inhaltlich ansprechen. Aber auch dann vergeht meist eine größere Zeitspanne, da ich eine große Skepsis hege. Leider musste ich dann tatsächlich häufig meistens feststellen, dass die Lobhudelei in meinen Augen überhaupt nicht gerechtfertigt war. Deshalb liegen mir die Bücher, die ihr Dasein im Schatten gehypter Werke fristen und mich dennoch weitaus mehr bewegen und unterhalten konnten, umso mehr am Herzen.

Fünf dieser Schattengewächse möchte ich folgend vorstellen. Die Limitierung gehört zu den Anforderungen der Blogparade. Mit Leichtigkeit hätten ich weitaus mehr nennen können. Falls Ihr ebenfalls Bücher kennt, die völlig ungerechtfertigter Weise kein Hype ereilt hat, weiht uns Nichtwissende doch bitte bitte in Euer Geheimwissen ein 😉 . Die Blogparade läuft bis zum 30. Juni 2017.

Und jetzt geht’s in die Vollen 😉 .

Keith Lowe: Auf ganzer Linie

In diesem herrlich witzigen, rasanten und ungewöhnlichen Roman geht es um eine Wette. Andy, der verrückt nach der Londoner Tube ist, soll einen Tag vor seiner Hochzeit das gesamte Streckennetz abfahren und die Trauunterlagen einsammeln. Sein Wettpartner Rolf macht es ihm damit alles andere als leicht. Und dann gibt es noch die außerplanmäßigen Pannen. Man hat wirklich das Gefühl, neben Andy herzulaufen oder in der Bahn zu sitzen und dabei bestens unterhalten zu werden. Besonders auch für alle London-Liebhaber eine riesiger Tipp!

Neal Shusterman: Vollendet-Reihe

4 Bände, noch nicht alle in der Übersetzung   erhältlich

Das Genre der Dystopie ist seit der Panem-Reihe sehr populär geworden. Allerdings gehört diese meiner Meinung nach keinesfalls zu den stärksten Vertretern des Genres. Es gibt auch hier Geheimtipps zu entdecken! Deshalb möchte ich Euch eine Reihe ans Herz legen, die weitaus stärker auftrumpfen kann.

Es handelt sich um die Vollendet-Reihe, die ich schon häufig angepriesen habe. Sie handelt von Jugendlichen, die dazu bestimmt werden, ihren Körper zu spenden. Alle transplantierbaren Teile sollen Menschen zugute kommen, die als „wertvoller“ und „nützlicher“ erachtet werden. Doch unsere drei Helden stemmen sich gegen ihre Bestimmung. Die Geschichte ist sehr realitätsnah und überaus spannend geschrieben. Es geschieht ständig etwas Neues und Unvorhersehbares. Gleichzeitig verknüpft Shusterman seine imaginäre Handlung mit tatsächlichen Meldungen und macht dadurch klar, wie klein der Sprung unserer Gesellschaft zu der beschriebenen Entwicklung eigentlich ist.

Rezensiert habe ich Band 1-3 . Gelesen habe ich auch den vierten Band, aber eine Rezension hätte nicht mehr so viel Sinn gemacht.

Bernard Beckett: Das neue Buch Genesis

Bernard Becketts Roman lässt sich nicht stimmig dem Genre der Dystopien zuordnen. In seiner Geschichte herrscht nämlich eine ideale Gesellschaft. Die Schülerin Anax soll als Zulassungsprüfung an die staatliche Akademie einen Vortrag zur Geschichte ihres Landes halten. Erzählt wird eine sehr intelligente Geschichte auf unkonventionelle Weise. Trotz geringer Seitenzahl und begrenztem Handlungsrahmen lässt es sich der Autor nicht nehmen, philosophische Fragen des Menschsein zu erörtern und Gedanken anzuregen. Belohnt wird man außerdem mit einem sehr effektvollen Ende.

Taylor Kressmann: Adressat unbekannt

Ich lese sehr viele Bücher, die sich mit der Thematik „Holocaust“ auseinandersetzen. Sehr interessant finde ich darunter auch die fiktionalen Werke, die nicht von realen Personen handeln. Selten schaffen es diese allerdings einen Hype auszulösen. Die Bücherdiebin ist da eine löbliche Ausnahme, Der Junge im gestreiften Pyjama eine eher leidliche.

Adressat unbekannt ist ein kleiner Klassiker innerhalb der fiktionalen Holocaust-Literatur würde ich meinen. Es ist wirklich nur eine Kurzgeschichte und dennoch überaus eindrücklich. Es geht um alte Freunde, um die Bitte um Hilfe und was geschieht, wenn sie verweigert wird.

Pieter Webeling: Das Lachen und der Tod

Ein weiteres fiktionales Werk zum Thema Holocaust, das ich Euch wärmstens ans Herz legen kann. Ebenfalls nicht allzu viele Seiten erzählen vom jüdischen Komiker Ernst Hoffmann. Obwohl er in Auschwitz ums tägliche Überleben kämpfen und unendlich viel Grausamkeit erleben muss, trotzt er allem mit einer Prise Humor. Was man kaum für möglich hält, was Webeling aber überaus einfühlsam und nachvollziehbar schildert. Ein wirkliches großes Werk, das man nie wieder vergisst. Versprochen!

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19 Gedanken zu „[Blogparade] Eure Geheimtipps

  1. Nicole Wagner

    Ich kenne „Das Lachen und der Tod“ von deinen Geheimitipps. Der Autor hat ein Meisterwerk geschaffen, indem er das damalige Grauen und Humor in einer Geschichte thematisiert hat. Ein ganz kleines bisschen hat es mich an den Film „Das Leben ist schön“ erinnert.

    Gefällt 1 Person

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  2. aleshanee75

    Guten Morgen!

    Freut mich sehr, dass du auch mitgemacht hast 🙂

    Gehypte Bücher – daran kann ich mich jetzt in der Jugend auch nicht erinnern – ABER angefangen hats für mich mit Harry Potter, das ist ja schon recht gehypt worden 😀 Und der erste Band ist jetzt 20 Jahre alt geworden … allerdings fing das glaub ich erst so ab Band 3 an oder? Dass das überall so richtig bekannt war – zumindest hab ich es erst ab dem dritten so wirklich wahrgenommen. Dann aber regelrecht verschlungen *lach*

    Aber so richtig bekomme ich es auch erst mit, seit ich mit dem Bloggen angefangen habe (also seit knapp 4 Jahren)

    Von deinen Tipps kenne ich nur die Vollendet Reihe und ich finde sie auch total genial! Und ich hab gehört, dass jetzt endlich auch der vierte Band übersetzt wird *freu*

    Holocaust Bücher lese ich eigentlich nicht, davon hab ich schon so viele Berichte gesehen, das interessiert mich zum Lesen einfach nicht – was auch daran liegt, dass ich mich beim Lesen eher auf erfreuliche Themen stützen möchte oder was phantastisches 😉 Aber zumindest hab ich Die Bücherdiebin gelesen (Hype sei Dank *lach*) und das fand ich echt gut.

    „Auf ganzer Linie“ hört sich für mich witzig an, vor allem liebe ich London – das Buch werd ich mir mal näher anschauen! Und „Adressat unbekannt“ scheint ja auch toll zu sein, vielleicht wag ich mich ja da doch mal dran.
    „Da neue Buch Genesis“ klingt auch interessant – perfekte Gesellschaft, dann ist es ja eigentlich eine Utopie oder? 🙂

    Alles tolle Tipps auf jeden Fall und ich hab deinen Beitrag notiert! Am 7. Juli kommt dann der Sammelpost auf meinem Blog mit allen, die an der Blogparade teilgenommen haben.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      Hallo Aleshanee,

      Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, so ausführlich zu kommentieren.

      Ja, ich glaube, der Hype setzte wirklich mit Harry Potter ein. Allerdings war ich damals dafür schon zu „alt“, als dass er mich soo richtig mitgerissen hätte. 🙂 Das war ein Hype, der nur schwierig jemals wieder zu erreichen sein wird, denke ich.

      „Holocaust“-Literatur ist tatsächlich sehr schwere Kost, auch wenn es durchaus auch leichte Momente darin gibt. Das liegt halt einfach am Thema. Mich hat es immer interessiert und das Studium habe ich auch entsprechend ausgewählt. Schon mit 9 habe ich „Das Tagebuch der Anne Frank“ gelesen. Meiner Meinung nach gibt es da auch sehr viele Aspekte, die in diesem Genre angesprochen werden. Menschliche Verhaltensweisen, wie sie mit Leid und Terror umgehen etc. „Adressat unbekannt“ dreht sich z.B. ebenfalls mehr um Freundschaft, Loyalität, Hilfe und weniger um Tod, KZ etc.

      „Auf ganzer Linie“ ist da natürlich das totale Kontrastprogramm- leicht, locker und richtig witzig. Als Vorbereitung auf den London-Urlaub ideal!

      Könnte man denken, dass „Genesis“ eine Utopie wäre. Ist es aber dann doch nicht, oder vielleicht doch? 😉 🙂 Am besten: Lesen 🙂 .
      Die Vollendet-Reihe ist wirklich genial. Schade, dass sich der Verlag nicht richtig dahinter klemmt, alle übersetzt und richtig Werbung macht. Habe die 4 Bände nur so verschlungen.

      Bin sehr gespannt auf die Auswertung. Die Blogparade ist echt eine tolle Idee, weil man viele neue Tipps bekommt.

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  3. rina.p

    Ich kann mich an gehypte Bücher auch nicht erinnern. So was gab es damals nicht. Da hat man in der Bücherei in der Ecke der Neuerscheinungen gestöbert. Oder in der Zeitung mal nach dem Feuilleton geschaut oder die Bestseller. Mittlerweile nerven mich die Hypes ziemlich, da man da so viel rein legt und dann doch enttäuscht wird.
    Liebe Grüsse.

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    Antwort
    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      So als Jugendliche habe ich eigentlich nicht im Feuilleton nachgeschaut. Da wusste ich nicht mal,dass es sowas gibt 🙂 . Ich weiß noch, dass ich als Teenager einfach in der Buchhandlung oder Bücherei gestöbert habe, was mir gefallen könnte. Aber irgendwie war das auch toll. In der Schule haben wir uns eher über die Denise-Romane oder Biggi-Hefte ausgetauscht 😀 . Herrje.

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